14.5.2008 : 20:04 : +0200

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Impressionen

kanutour yukon Miles Canon
Am "Miles Canon" - Das Wasser des Yukon ist noch klar
kanutour yukon Lake Labarge
Der "Lake Labarge" liegt vor uns
kanutour yukon Bannock braten
Jeden Morgen Bannock am Yukon braten
kanutour yukon kochen am Lagerfeuer
Gekocht wird am Lagerfeuer
kanutour yukon five-finger-rapids
Vor uns: Die five-finger-rapids
kanutour yukon Abendessen fisch hecht
Das Abendessen ist gesichert
kanutour yukon Mückennetz schränkt die Sicht ein
Das Mückennetz schränkt die Sicht auf den Yukon ein
kanutour yukon Abendstimmung auf unserem Floß
Abendstimmung auf unserem Floß
kanutour yukon Boot voll beladen
Das Boot voll beladen
kanutour yukon baer Ufer
Tierische Aussichten am Ufer des Yukon

Der Yukon-Von der Quelle bis zur Mündung

Der Yukon: 3200 Kilometer Flußabenteuer
Der Yukon: 3200 Kilometer Flußabenteuer

 

Im Sommer 2005 machten wir uns mit dem Flugzeug auf nach Kanada, nach Whitehorse - der Hauptstadt des Yukon Teretoriums. Die Stadt ist für eigentlich alle Kanuten die Basisstation am Yukon. Hier ist es einfach und verhältnismäßig günstig Vorräte einzukaufen und Kanus zu leihen bzw. zu kaufen. Die meisten leihen sich ihre Boote und fahren dann direkt von Whitehorse über Carmacks nach Dawson. Wir waren zwei der wenigen die sich in den Kopf gesetzt hatten, die Strecke von der Quelle bis zur Mündung zu paddeln. Das ganze Abenteuer dauerte 42 Tage und führte uns 3200km vom Marsh Lake zur Behringstraße (ca. 700km durch Kanada und dann 2500 km quer durch Alaska). Es war eine wunderschöne aber auch sehr anstrenge Zeit. Für alle diejenigen die auch diesen Traum leben wollen, stellen wir hier die wichtigsten Information zur Verfügung. Wenn ihr weitere Fragen habt, dann ruft einfach mal bei den "Outdoorpeople" an oder schreibt eine Email. Viel Spaß beim Planen!

Beste Reisezeit:

Der Fluss ist eisfrei von Mitte/Ende Mai bis Mitte/Ende September. Der Anfang der Saison ist noch etwas kühl, aber es sind weniger Leute auf dem Fluss. Wenn ihr die komplette Strecke plant und euch Zeit lassen wollt dann beginnt zeitig. Zum Saisonbeginn gibt es extrem viele Stechmücken - das lässt dann später etwas nach. Mir persönlich gefällt der Juli/August am besten. Ab August ist könnt ihr die Lachswanderung beobachten, dann sind die Fischcamps oberhalb von Eagle bewohnt und ihr könnt den Fischern ein paar leckere Fische abkaufen.

Das Boot

Entweder leiht ihr ein Boot in Whitehorse und gebt es in Carmacks oder Dawson wieder ab. Das kostet für zwei Wochen ca. 300$. Der Nachteil ist, dass ihr an einen Zeitplan gebunden seid. Eine gute Alternative ist: kauft euch in Deutschland einen Faltkanadier (z.B. von Ally) und nehmt diesen als Sportgepäck mit hin und wieder mit zurück. Die Boote sind leichter und extrem stabil. Das Beste dabei ist, ihr werft nicht 300$ Verleihkosten aus dem Fenster. Für die Strecke bis zur Behringstraße könnt ihr nur ein Boot in Whitehorse kaufen und es später für ein fünftel des Preises wieder verkaufen. Das haben wir gemacht und der Geldverlust tat uns ziemlich weh! Die für uns im nachhinein beste Variante ist auch hier ein guter Faltkanadier. Wir haben Freunde mit einen solchen Kanu getroffen, die waren 100% zufrieden!

Proviant

Könnt ihr alles in Whitehorese kaufen und in Plastiktonnen mitnehmen. In allen kleinen Dörfern gibt es kleine Geschäfte, da ist es allerdings teurer. Also die Basis in Whitehorse kaufen und dann immer das nötige nachkaufen.

Ausrüstung

Ich denke wer so eine Strecke plant weiß was in den Seesack gehört. Hier nur ein paar kleine Ergänzungen. Wenn möglich verstaut eure Sachen auf der Hinreise in Seesäcke. Diese sind dann als kleines Bündel im Boot gut zu verstauen. Rucksäcke sind im Boot sehr sperrig! Packt ALLES in gute wasserdichte Säcke - ein Regen kommt auf jeden Fall und dann kann es kalt werden. Wir haben Temperaturen von 0 bis 40 Grad in nur 6 Wochen erlebt. Passt also eure Kleidung dementsprechend an. Die wichtigsten Dinge sind gute und bequeme Regensachen (Hose und Jacke), ein gutes Zelt und einen warmen Schlafsack. Eine kleine Plane schont das Zelt von unten vor Schäden. Als Schuhwerk lohnen sich Watstiefel, da die Zeltplätze oft über eine schlammige Uferzone zu erreichen sind. Wenn ihr zu kalten Händen neigt, dann denkt an gute Handschuhe. Einen Kocher hatten wir nicht mit, sondern jeden Tag Lagerfeuer gemacht. Dazu sind ein großer Topf, beschichtete Pfanne (den Plastikgriff durch einen Holzgriff ersetzt) und eine Emailkanne sehr gut geeignet. Außerdem ist ein kleines Gitter, welches ihr über zwei Steine und das Feuer legt praktisch. Ihr braucht auf jeden Fall einen großen Wassersack oder Kanister. Am Anfang gibt es hinter jeder Biegung einen Bach aber je weiter ihr kommt umso schwieriger wird es frisches Wasser zu bunkern. Nicht zu vergessen sind Mückennetz für den Kopf und ein paar dünne Handschuhe gegen Mücken. Spätestens zum Wasserholen müsst ihn anlanden und dann werdet ihr das brauchen (kein Witz!). Nützlich ist auch ein Fernglas - zum Tiere beobachten und zur Orientierung.

Gefahren

Wenn ihr überlegt an die Sache heran geht, dann ist die Tour ungefährlich. Außer den Five Finger Rapids gibt es kein nennenswertes Wildwasser (hier ganz rechts bleiben!). Nahe des Deltas, wenn der Fluss dann eine breite von bis zu mehreren Kilometern hat, müsst ihr mit starken Wellen und Sturm rechnen. Bis dahin habt ihr jedoch genug Training um auch das zu meistern. Im Zweifelsfall das schlechte Wetter einfach mal einen Tag im Zelt aussitzen. Viele erzählen Gruselmärchen über die Yukon Flats - bleibt einfach immer in der Hauptströmung, dann kommt ihr gut durch.
Bären sieht man selten wenn man sein Lager ordentlich aufräumt. Die Provianttonnen jeweils in die windabgewandte Seite vom Zelt 100m entfernt abstellen. Macht euch nicht die Mühe sie auf Bäume zu hängen, der Bär kommt fast überall ran und so viel Zeit für eine gute Konstruktion hat man nicht jeden Tag. Mit Waffen sieht es schlecht aus. Wenn ihr eine Waffe in Deutschland besitzt, besteht die Möglichkeit diese mitzunehmen. In Kanada ist es nahezu unmöglich legal an ein Gewehr zu kommen. Laut einschlägiger Literatur ist Bärenspray eh effektiver als ein Schuss, der in der Aufregung leicht mal sein Ziel nicht 100%ig trifft. Damit der Bär nachts nicht genau ins Zelt läuft, lohnt sich ein kleiner Taschenalarm mit Splint. Man Steckt die Paddel in einem großen Quadrat um das Zelt und spannt darum in 50cm Höhe einen Strick. An diesem Strick befestigt man den Taschenalarm und den Splint. Ein Eindringling würde über den Strick den Splint ziehen und so den Alarm auslösen. Das gibt euch ein paar Sekunden Vorwarnzeit (oder gutes Gewissen für einen tiefen Schlaf). Wir hatten in den 6 Wochen nur einmal nächtlichen Besuch, der jedoch schon wieder weg war, als wir den Zeltreißverschluss geöffnet hatten. Wichtig - ins Zelt keinen einzigen Krümel Lebensmittel, keine Creme, keine Hose mit Essensgeruch und nichts was im entferntesten interessant riecht! Wenn ihr das beherzigt, dann werdet ihr keine Probleme haben.
Wir haben gehört das in manchen Dörfern Sachen aus den Kanus gestohlen worden. Oft sind das Kinder - also die Boote nicht gänzlich allein am Dorfufer liegen lassen.

Kartenmaterial

In Whitehorse könnt ihr Karten der gesamten Strecke kaufen. Für den Kanadischen Teil gibt es überall sogenannte "river charts". Das sind etwas aktualisierte Karten der alten Schaufelraddampferrouten - sehr gut. Karten für Alaska gibt es in Whitehorse auch, da müsst ihr euch aber durchfragen. Wir hatten ein GPS mit integriertem Kartenmaterial für Alaska und bei unserer ersten Tour alte topografische Karten. Ein GPS sollten ihr auf jeden Fall haben um eure Koordinaten gegebenenfalls auf die Karte übertragen zu können und um euren Standort bestimmen zu können. Gerade in den Yukonflats ist das wichtig. Die ersten 1000 Kilometer ist eine Orientierung einfach, dann wird es bedingt durch die Flussbreite etwas schwieriger. Dann ist es oft nötig den Zielort mit dem GPS anzupeilen, gerade in den Yukonflats.

Ein paar Anmerkungen zum täglichen Leben mit dem Fluß

Gute Übernachtungsplätze mit flachen, sandigen und vor allem relativ mückenfrei findet ihr auf Inseln. Also für die Tagesplanung eine Insel als Ziel aussuchen und wichtig eine zweite als Backup. Die Ufer sind je nach Jahreszeit eine Mückenhölle!
Plant ein paar Tage in Dawson ein, eine geniale Stadt. Geht vor allem mal bei Livemusik tanzen und erlebt die ungezwungene Art der Einheimischen.
Versucht euch mal mit Bannock oder Sauerteigfladen zum Frühstück - es gibt nichts schmackhafteres in der Wildnis!
Nehmt Vitamine mit - unterwegs gibt kaum etwas Grünes zum Essen. Wir hatten auf Brennnesseln und andere Salatvarianten gehofft und wurden enttäuscht.
Fragt ab und zu mal die Einheimischen was die nächsten Kilometer so an interessanten Dingen zu erwarten ist (Thermalquellen, Knochen von Mammuts etc).
Sollten ihr Lust haben ein Floß zu bauen, dann macht das im ersten Drittel des Flusses. Später sind die Winde zu stark und treiben euch ständig ans Ufer.
Wenn ihr darüber hinaus noch Fragen habt, dann klickt hier. Wir freuen uns immer von Gleichgesinnten zu hören.

Dieser spannende Tourbericht wurde uns freundlicherweise von Lena und Mathias zur Verfügung gestellt. Kontakt stellen wir gerne her.