Kanutour auf der Sieg von Wissen nach Herchen-Bahnhof
Entfernung: etwa 30 km
Dauer: Samstag Vormittag bis Sonntag Mittag
Diesmal waren wir nicht alleine unter wegs, sondern hatten uns für die Tour mit Lena und Mathias verabredet. Wir hatten uns die Sieg ausgesucht. Nett fließend, spritzig, und ab Wissen ganzjährig mit allen Bootstypen befahrbar-so war es zu lesen. Doch es kam anders.
Nachdem ich am Freitag noch einen flüchtigen Blick auf den Pegel geworfen hatte, war ich schon etwas skeptisch. Doch nachdem überall zu lesen war "...ab Wissen ganzjährig befahrbar..." und das ohne Bezug auf einen besonderen Pegelstand, fuhren wir wie geplant los.
In Wissen angekommen suchten Tina und ich erstmal einen geeigneten Platz um sich mit den Kollegen zu treffen und um zu übernachten. Ein Plätzchen war in einem kleinen Industriegebiet schnell gefunden-direkt am Fluß. Kurz darauf trafen die Beiden dann ein, und wir machten uns einen gemütlichen Abend und freuten uns auf die kommende Tour.
Am nächsten Morgen giengs nach dem Frühstück zum Einstieg. Dort trafen wir ausschließlich auf Paddler mit einer-Kajaks und teilweise mit Sturzhelm. Hatten wir uns mit unseren Allys etwa zuviel zugemutet? Nachdem alles aufgebaut und bepackt war starteten wir. Bei der ersten Stelle, die normalerweise eine Stromschnelle ist, wurde sofort klar, was los war: Viel zu wenig Wasser. Grundberührung,
Steinkontakt, Stillstand. Also raus, Boot weiterzerren....Scheiße!!! Wir entschlossen uns trotzdem, die Kanutour fortzusetzen - nun war man ja schon da und es konte eigentlich nur besser werden. Wurde es aber nicht. Wir quälten uns Kilometer um Kilometer vorwärts. Nach fünf Stunden hatten wir tatsächlich etwa 15 Kilometer geschafft. Schiebe- und Paddelpassagen wechselten sich ab. Dabei hatten wir so heftige Grundberührung, daß wir um die Gesundheit unserer Boote fürchten mußten. Es schabte, kratzte und rutschte. Es ist echt enorm, was so ein Faltboot aushält. Außer ein paar oberflächlichen Kratzspuren war am Ally nix zu sehen.
Am späten Nachmittag erreichten wir die Umtragestelle bei Schladern. Hier muß man ein Fabrikgelände umtragen. An dieser Stelle wurde leider keinerlei Umtragemöglochkeit in Flußnähe gebaut, sondern man muß dem Weg am rechten Ufer folgen, bis man wieder an den Fluß kommt. Nach der Brücke dann links über den Parkplatz, dann weiter zur Straße, dort links, dann immer geradeaus, bis man links wieder zur Sieg kann (Trampelpfad).Die Strecke zum Umtragen beträgt mindestes einen Kilometer. Ein Bootswagen empfehlt sich an dieser Stelle. Wir hatten versucht, eine kürzere Umtrage zu finden, und verschiedene Möglichkeiten geprüft. Das hat uns jedoch nur Zeit gekostet. Schließlich mußten wir doch diese ewig lange Umtrage nutzen. Also spart euch die Suche nach Alternativen und lauft einfach los...es geht nicht anders.
Nun war es schon recht spät und wir mußten nach einem Platz zum Übernachten Ausschau halten. Nach ein paar weiteren Kilometern und der Besichtigung einiger ungeeigneter Plätzchen fanden wir am Flußufer ein geeignetes Stückchen Wiese, wo wir unser Camp aufschlugen. Da es schon fast dunkel war, bauten wir schnell die Zelte auf. Den Abend verbrachten wir mit Essen, Quatschen und ein paar Bierchen. Am nächsten morgen frühstückten wir gemütlich in der Herbstsonne.
Dann giengs wieder auf die Sieg. Nach weiteren Stocheraktionen beschlossen wir, die Kanutour im Interesse des Flusses, der Boote und uns vorzeitig abzubrechen. Die nächste Möglichkeit für den Abbruch war Herchen-Bahnhof. Dieser Bahnhof liegt nahe genug am Fluß, um das Gepäck dorthin schaffen zu können. Es sind etwa 800-1000 Meter. Ursprünglich war geplant, bis Siegburg zu fahren.
Kurze Zeit später waren wir zurück beim Startplatz in Wissen, wo wir in der Sonne noch Brotzeit machten, die Sachen in die Autos luden und schließlich die Heimfahrt antraten.
Es war trotz der beschwerlichen Verhältnisse eine schöne Paddeltour durch das landschaftlich sehr schöne, herbstliche Siegtal.
Meißt gibt es am Ufer der Sieg weder Straßen noch Bahnlinien oder Ähnliches. Es ist ruhig, und man hört nur die Geräusche der Natur.
Trotz des niederigen Wasserstandes gab es einige kleine Stromschnellen, Stufen und Schwälle, die ganz gut fahrbar waren. An Stellen, wo das Flußbett etwas enger ist, war das Wasser tief genug, und wir konnten die Stellen passieren. Dann ist natürlich Maßarbeit gefragt. Viel Platz war da rechts und links oft nicht. Sicher ist jedoch, daß wir bei ordentlichem Wasserstand bestimmt wiederkommen. Bei genügend Wasser gibt es auf der Sieg viele kleine Schwälle, die Strömung zieht einen dann flottt durch die Landschaft. Die Stellen, die diesmal für Krampf und Kampf sorgten, versprechen bei genügend Wasser eine Menge Spaß.
Unser Tip: Achtet auf den Pegel!! Bei zu wenig Wasser kann man zwar mit dem einer-Kajak fahren, doch das Schieben über Untiefen macht echt keinen Spaß und schadet dem Flußbett. Der Fluß ist nicht immer mit allen Bootstypen befahrbar!! Einen Link zum Pgell
findet Ihr hier.
Zwischen Siegburg und Wissen besteht eine gut ausgebaute Bahnverbindung. Stündlich fährt ein Regionalexpress von Siegen nach Wissen. Infos zur Bahnverbindung gibts
bei der Bahn.
Wenn Du eine Frage zur Tour hast, würden wir uns freuen, wenn Du die Frage als Kommentar stellst. So können auch andere Leser davon profitieren.

















Seite 1 von 1 1
Hallo, dein Bericht ist sehr interessantes, da ich mit Freunden im September von Wissen bis Siegburg paddeln möchte. Wie sollte denn der Pegelstand sein, damit man einigermaßen gut durch kommt? Danke im voraus Gruß Jörg
Den für Befahrung vorgeschriebenen Pegelstand weiß ich gerade nicht. Spaß hat es aber gemacht, sobald der Pegel Eitorf bei etwa 70 cm stand.
Dein Kommentar
hey , bin echt froh mal einen bericht über meinen heimatfluß zu lesen , gehe dort viel angeln , wissen bis führten . suche zur zeit noch das richtige gefährt um mit meiner familie fluß- und sewanderungen zu machen , hab auch schon über faltboot nachgedacht , wußte aber nicht wie stabil sowas ist , find es aber eben total klasse mit dem zug wieder zurück fahren zu können , wäre klasse von euch mir mal zu schreiben wie das so ist mit einem faltboot, von wegen stabilität pflege , verpacken usw. vilen dank jochen
Wie Du an den Tourbericht siehst, sind die Boote schon stabil. Zugute kommt ihnen auch ihre Flexibilität. Wo es mit einem Festboot richtig krackt, verformt sich das Faltboot etwas und paßt sich der Situation meißt an. Das hat natürlich Grenzen. Das Einzige, was einem Faltboot gefährlich werden kann, sind Berührungen mit scharfen Gegenständen, z.B Glasscherben, weggeworfene Blechstücke oder spitze Eisen, die irgendwann in den Fluß gerammt wurden oder so.
Ein Plus für Faltboote, zumindest die moderner Bauart, ist das geringe Gewicht. Mit 17 Kilo ist das Boot noch von einer Person im Packsack tragbar. Auf und Abbau sind mit etwas Übung in 15-30 Minuten machbar. Mit ein Bißchen Erfahrung kann man ein Faltboot sogar alleine aufbauen.
Besondere Pflege braucht das Boot nicht. Natürlich sollte man darauf achten, daß man es nur trocken und sauber einlagert, um scheuern von Dreck zu vermeiden und um Schimmel und Gammel vorzubeugen. Für unsere Kanutouren war das Faltboot bisher erste Wahl. Außerdem kann man ein Faltboot nicht nur im öffentlichen Nahverkehr transportieren, sondern auch im Kofferraum, auf dem Fahrradanhänger und für kürzere Strecken sogar auf dem Rücken. Das sind schon handfeste Vorteile. Wir haben den Kauf unseres Ally-Bootes bisher nicht bereut.