Auf der Lahn von Roth nach Braunfels
Eckdaten
Start: Unter der Brücke in Roth (km 25,5)
Übernachtung: Rastplatz Atzbach (km 2,7)
Ziel: Braunfels/Leun (km 24,1) - Bahnhof direkt am Fluß
Entfernung insgesamt: 50 km
Dauer: 1,5 Tage
Boot: Ally 16,5 DR Tour (Faltboot)
Pegel: Marburg etwa 1,95 Meter (
aktuelle Daten hier)
Kilometrierung: Quelle-Mündung Kleebach absteigend, dann aufsteigend (neue Kilometrierung)
Erste Etappe
Etwa die ersten 10 Kilometer sind richtig schön zu fahren. Landschaftlich meißt reizvoll und die Strömung ist gut. Kein Verkehrslärm stört die Ruhe, zumindest meißtens. Kein Hindernis stört die Fahrt. Bei Kilometer 16,5 trifft man auf das Wehr Lollar. Wenn es genug Wasser gibt, kann man es fahren. Bei unserem Wasserstand war das gerade noch möglich. Auf jeden Fall vorher ansehen. Ein Video von unserer Überquerung (und zwei Bootsrutschen) gibt es
hier. Nach dem Wehr wird die Strömung immer weniger. Vom Wehr bis Giessen (km 6,4) steht die Lahn fast. Der Grund dafür ist natürlich ein Wehr (km 5,3). Das kann per Bootsgasse passiert werden. Kurz darauf (km 4,7) folgt schon das nächste Wehr. Auch mit Bootsgasse. Nach Giessen fließt die Lahn wieder ein Bischen und wir machen erstmal Pause und treiben gemütlich durch die schöne Natur. Mittlerweile scheint auch die Sonne und es ist angenehm warm. Da wir heute noch die Autos nachziehen wollen, suchen wir den nächsten Bahnhof. Diesen finden wir bei Kilometer 1,1. Den Bahnhof von Dutenhofen erreicht man, indem man links vor der Fußgängerbrücke anlandet und dem Trampelpfad folgt. Dann muß man richtung Straße und diese überqueren (Brücke). Dann ist man auch schon da. Der Bahnhof ist höchstens fünfhundert Meter von der Lahn entfernt. Während zwei von uns die Boote zum nahegelegenen Rastplatz Atzbach (km 2,7) paddeln, fahren die anderen Beiden per Bahn zurück nach Niederwalgern, wo wir morgens ein Auto am Bahnhof postiert hatten. Man erreicht Niederwalgern so: Von Dutenhofen nach Giessen, dort umsteigen und weiter Richtung Marburg. Die Fahrt dauerte mit Wartezeiten etwa eine Stunde. Am Rastplatz in Atzbach trafen wir uns dann wieder. Den Abend verbrachten wir mit Quatschen, Essen und trinken.
Zweite Etappe
Heute entschlossen wir uns, zuerst ein Auto zum Zielpunkt zu bringen. Also ab nach Braunfels. Während zwei von uns das Auto weg brachten, packten die anderen alles ein und beluden die Boote. So konnte es sofort los gehen, als die Wegbringer wiederkamen. In gemächlichem Tempo ging es weite lahnabwärts. Die bei Kilometer 4,5 folgende Schleuse war außer Betrieb. Das Wehr ist nicht fahrbar und muß umtragen werden. Wir entschieden uns, die Boote einfach über das Wehr zu treideln. Das geht auch, man wird aber schon ein Bischen naß. Bis zum nächsten Hindernis ist es nicht weit: bei Kilometer 8,0 trifft man auf das Wehr Naunheim, das bei etwas mehr Wasser fahrbar ist. Bei uns hat es leider nicht gereicht, so daß wir das Wehr umtragen haben. Einfach links über die Wiese. Man kann auch die Schleuse benutzen. Da wir aber schon bis zum Wehr gepaddelt waren, in der Hoffnung, es fahren zu können, wollten wir nicht extra zurückfahren. Nun sind es nur noch drei Kilometer bis Wetzlar. Hier kommt wieder ein Wehr, das bei unserem Wasserstand ebenfalls nicht fahrbar war. Es kann rechts mittels Rolltreppe umgangen werden. Kurz darauf folgt noch ein Wehr, das mittels Treidelgasse rechts umgangen wird. Dann geht es gemächlich weiter richtung Altenberg. Bei Kilometer 16,5 folg erneut ein Wehr. Auch das war nicht fahrbar und wir passierten es mittels Schleuse. Um zur Schleuse zu gelangen nimmt man den Schleusenkanal auf der linken Seite. Alle nun folgenden Schleusen sind für Selbstbedienung ausgelegt. Eine Bedienungsanleitung findet man vor Ort. Das Wehr bei Kilometer 19,2 (Oberbiel) war leider ebenfalls unpassierbar und wir nutzten erneut die Schleusen. Nun hatten wir schon fast unser Ziel erreicht. Die letzten vier Kilometer unserer Tour fließ die Lahn wieder mit angenehmer Strömung und wir kommen gut voran. Bei Kilometer 24,1 nutzen wir die Ausstiegsstelle am Bahnhof Braunfels, wo unser Auto wartet.
Unser Fazit
Die Lahn hat mehrere Gesichter. Mal fließt sie durch schöne und ursprüngliche Natur, dann durch städtisch dominiertes Gebiet. Unsere ersten Zehn Kilometer von Roth bis zum Wehr Lollar waren die schönsten. Der Fluß fließt recht flott und es gibt kein einziges Hindernis, das umtragen werden muß. Das Wehr Lollar war glücklicherweise fahrbar. Danach wird es zusehends langsamer. Etwa fünf Kilometer vor Giessen bewegt sich gar nichts mehr. Die Bootsrutschen in Giessen bieten die einzige lustige Abwechslung. Bis Kilometer 19,5 ist die Strömung fast gar nicht vorhanden, zumindest nicht bei unserem Pegel. Die ganze Strecke ist für Anfänger geeignet, da alle wassertechnischen Herausforderungen entweder sowieso nicht fahrbar sind (Wasserstand) oder umtragen werden können. Die Lahn ist touristisch voll erschlossen. Es gibt viele Rast- und Campingplätze, Wirtschaften und Kanuverleiher. Trotzdem war während unserer Tour erstaunlich wenig los, obwohl wir sehr gutes Wetter und angenehme Temperaturen hatten. Zu dieser Jahreszeit (Mitte Mai) brüten viele Wasservögel oder führen bereits Nachwuchs. Wir haben viele junge Enten, Blässhühner und Haubentaucher gesehen. Nehmt bitte entsprechend Rüchsicht. Die Kilometrierung der Lahn verläuft von der Quelle bis zur Einmündung des Kleebach (Kilometer 0,0) absteigend. Hier beginnt die neue, aufsteigende Kilometrierung.


















